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Kleiner Stich mit großen Folgen

Kleiner Stich mit großen Folgen

Meist beginnt es mit hohem Fieber und Abgeschlagenheit. Dann folgen oft Erschöpfung, Verwirrtheit und Atembeschwerden. Vor allem in der Regenzeit sind diese Symptome in Sambia weit verbreitet und stehen für eine gefürchtete Krankheit: Malaria.

Text: Monika Thaler und Giulia Hillebrand
Foto ©: Giulia Hillebrand

Ein Artikel der Straßenzeitung zebra. vom März 2026


Übertragen wird sie durch den Stich infizierter Anopheles-Mücken. Die einzelligen Parasiten der Gattung Plasmodium gelangen so in den menschlichen Körper. Nur weibliche Mücken stechen, denn sie benötigen Blut für die Eiablage. Angelockt werden sie vor allem von Körperwärme und ausgeatmetem Kohlendioxid, weshalb die meisten Stiche nachts geschehen. Nach dem Stich wandern die Erreger in die Leber, vermehren sich dort unbemerkt und befallen anschließend die roten Blutkörperchen.

Dr. Volodymyr Miroshnychenko, Facharzt für Infektionskrankheiten mit Schwerpunkt Tropenmedizin, weiß, wie präsent die Krankheit in Sambia ist. Der aus der Ukraine stammende Mediziner arbeitet seit zwanzig Jahren in Chipata, einer der größeren Städte Sambias unweit der Grenze zu Malawi. Malaria, erklärt er, könne grundsätzlich überall auftreten, wo die Temperaturen länger über 14 Grad Celsius liegen. Historisch war sie auch in Europa verbreitet, etwa in Italien oder der Ukraine. Dass sie dort heute kaum noch vorkommt, liege vor allem an konsequenter Gesundheitskontrolle, der Trockenlegung von Sümpfen und dem Einsatz von Pestiziden.

Malaria tropica ist die gefährlichste und häufigste Form des Erregers – auch in Sambia. Hohes Fieber, Bauch- und Kopfschmerzen seien in der Gegend typische Hinweise auf den Befall durch den Parasiten. Dr. Miro-shnychenko betont, dass viele Menschen in Endemiegebieten Fieber automatisch als Symptom der Malaria interpretieren, was sehr oft zu Überdiagnosen führt. Wichtig für die eindeutige Feststellung des Erregers ist die Durchführung eines Blut- oder Antigentests und bei Bedarf die umgehende Therapie.

Die Dunkelziffer der Todesfälle in ländlichen Regionen sei hoch, da viele Patient*innen zu spät medizinische Hilfe suchen oder sie sich nicht leisten können. Ein Malaria-Impfstoff wurde kürzlich zugelassen, bietet aber nur etwa sechzig Prozent Schutz. Daten zu den Langzeitfolgen und der Schutzdauer fehlen noch. Dr. Miroshnychenko sieht die Impfung als Fortschritt, aber nicht als vollständige Lösung.

Malaria ist nicht nur medizinisch, sondern auch sozial und wirtschaftlich eine Belastung.

Catherine Piri lebt in einem Randbezirk von Chipata. Im vergangenen Jahr erkrankte die 34-Jährige an Malaria. Eine Woche lang litt sie unter hohem Fieber und extremer Schwäche. Die Medikamente kaufte ihre Mutter, die Tochter pflegte sie. Catherine Piri arbeitet als Tagelöhnerin – Einkommen hat sie, wenn sie tatsächlich arbeitet, und eingekauft wird am Ende des Tages nur, wenn sie auch etwas verdient hat. Durch die Krankheit verloren sie und ihre Familie den Lohn einer ganzen Woche. Diese Folgen werden oft außer Acht gelassen, obwohl sie mitunter schwerwiegender sein können als die Krankheit selbst. Auch deshalb ist Prävention wichtig. Catherine Piri versucht mithilfe eines Moskitonetzes einer erneuten Infektion zu entgehen, so wie viele weitere in ihrem Viertel. Doch in der Regenzeit bilden Wasserpfützen und hohes Gras ideale Brutstätten für Mücken. Sie kennt viele Menschen, die immer wieder an Malaria erkranken. Einige sind gestorben, weil sie keine Medikamente erhielten. Die Angst vor einer erneuten Infektion bleibt – vor einem kleinen Stich, der große Folgen haben kann.

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